Infoblatt 2-2016 (in german) Papiergeld und nicht Bitcoin ist das wahre Übel

In der Ausgabe des deutschen Magazins "Stern" unter dem Thema "Wie wäscht man Geld" wird eindrucksvoll von dem Autor Johannes Röhrig aufgezeigt, wie Geld "gewaschen" wird.

Um die Herkunft von Einnahmen zu verschleiern, schleusen Verbrecher gewaltige Summen in den Welthandel.

Auf über zwei Billionen Dollar im Jahr schätzen die Vereinten Nationen die weltweiten Geldströme aus der organisierten Kriminalität. Der größte Teil der Transfers findet nur statt, um Herkunft und Eigentümer der Vermögen zu verschleiern. Aber egal, wie verschlungen der Weg des Geldes ist - stets lassen sich drei Abschnitte unterscheiden:

1. Illegale Geldquellen

Drogenhandel, Menschenschmuggel, Waffenschieberei - der Geldwäsche voran geht immer eine Straftat, deren Beute oder Profit verschleiert werden soll. Viele Milliarden schmutzigen Geldes stammen zudem aus Diktaturen und Bürgerkriegsregionen, wo Despoten den Staat plündern oder Terrorgruppen die Bevölkerung auspressen.

2. Geldwäsche

Briefkastenfirmen, Treuhänder und Finanzdienstleister lassen alle Hinweise auf die Herkunft des Schwarzgeldes verschwinden. Das kann nur funktionieren, wenn staatliche Stellen beide Augen zudrücken oder Tarnstrukturen sogar begünstigen. Der Begriff Geldwäsche ist eine amerikanische Erfindung. Der Legende nach steckte "Al" Capone (1899-1947) Gelder aus Prostitution, Glücksspiel und Alkoholhandel in seinen legalen Geschäftszweig - eine Waschsalon-Kette. Später entdeckte die Mafia unter anderem das Casino Business, den Gebrauchtwagenhandel für diesen Zweck.

3. Legale Tarngeschäfte

Lange galten Casinos, Pferdewetten und die Gastronomie als Eldorado für Geldwäscher. Heute stehen Online-Wetten im Fokus. In Ländern mit laxen Glücksspielregeln betreiben Geldwäscher die Glücksspielseiten nunmehr selbst. Daneben werden illegale Gelder beispielsweise in den Handel mit Antiquitäten, Gemälden, Konsumgütern und in die Immobilienwirtschaft geleitet. Die Erlöse fließen zurück an den Eigentümer. Sie machen rund zwei Drittel des ursprünglichen Geldes aus, der Rest ist für Bestechung und Provision auf der Strecke geblieben.

Quelle: Stern Magazin, Ausgabe 2/2016 vom 7. Januar 2016